Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
logo

Weiße Magie als Weg zur Selbsterkenntnis ist das Thema dieses Forums.

Listinus Toplisten Dieses Forum ist nicht mehr aktiv. Es dient mit seinen Beiträgen als Archiv.

Betreiber dieses Forums ist Matthias Mala. Zu Büchern zur Theurgie von Matthias Mala klicken Sie bitte hier. Sein aktuelles Blog zu Mystik und Kontemplation finden Sie hier.

Listinus Toplisten
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 138 mal aufgerufen
 Das Vorgängerforum "Die Macht der weißen Magie"
Natasha ( gelöscht )
Beiträge:

27.07.2002 10:01
RE: E-MANN-zipation Thread geschlossen

N´abend, Ihr Lieben,

bis dato sind (foreninterne) Diskussionen mit feministischen Tenor oft schiefgelaufen. Schiefgelaufen, weil die werte LeserInnenschaft sich daran polarisierte. Contra Patriarchat wurde oft verstanden als pauschale Ablehnung des Männlichen im Hier und Jetzt , pro Matriarchat als radikales Emanzentum eben obiges beinhaltend. Es wurden oft interessante Aspekte herausgefiltert. Wieso Frauen nach jahrhundertelanger Misogynie ein radikales Emanzentum brauchen, dass die Perlen oft unter Jahrhunderteschweren Schichten vergraben sind. Wir waren uns mehr oder minder darüber im Klaren, wieso das Patriarchat der Heilwerdung der Frau, der Ganzheitlich-Menschwerdung der Frau nicht gerade zuträglich ist.
Aber nie haben wir den Aspekt beleuchtet, was das Patriarchat mit den Männern macht....

Lese gerade von meiner heißgeliebten Starhawk *ggg* Der Hexenkult als Ur-Religion der Grossen Göttin ( Arkana, ISBN 3-442-41172-1). Möchte einen Absatz aus Kapitel 6 "Der Gott" zitieren:

*Heute ist es richtig Mode, die Männer zu Gefühlen zu drängen. Doch dieses Drängen wirkt teilweise wie Hohn, so als fordere man einen Krüppel auf zu laufen. Herb Goldberg

Im Hexenglauben ist die Vorstellung vom Gehörnten Gott vollkommen anders als das Bild der Männlichkeit in unserer Kultur. Deshalb ist es schwer, zu begreifen, denn Er paßt in keines der gewohnten Klischees, weder in das "Macho"Mannes noch in das umgekehrte Bild derer, die bewußt die Verweiblichung anstreben. Er ist sanft, zärtlich und liebevoll, aber Er ist auch der Jäger. Er ist der Sterbende Gott - aber sein Tod geschieht immer im Dienste der Lebenskraft. Er ist ungebändigte Sexualität - aber Sexualität als eine tiefe, heilige, bindende Kraft. Er ist die Kraft des Gefühls und das Urbild dessen, was Männer sein könnten, wären sie von den Zwängen der patriarchalen Kultur befreit.*
(S.144)

Ein Aspekt, der fürwahr in der herkömmlichen Diskussion um Feminismus, Emanzipation, Patriarchale oder Matriarchale Strukturen vernachlässigt wird. Bin kein Mann. Deswegen meine Frage an die Männer unter Euch (ist hier Weibsvolk anwesend?....Bibernasen...*kräh* Steine... always walk on the right side of life *knödel*gggg*)....
Fühlt Ihr Euch durch ein vorwiegend patriarchal strukturiertes System in Eurer Mann-Menschwerdung beschnitten?

Neugierigen Gruss,
Natasha *cross-posting*
Und eine gaaaaanz feste Umarmung an den lieben Zaubergeist ;-)))
hexen.org

Raven ( gelöscht )
Beiträge:

12.08.2002 10:34
#2 RE: E-MANN-zipation Thread geschlossen

>
>N´abend, Ihr Lieben,

Hallöle!

>bis dato sind (foreninterne) Diskussionen mit feministischen Tenor oft schiefgelaufen. Schiefgelaufen, weil die werte LeserInnenschaft sich daran polarisierte. Contra Patriarchat wurde oft verstanden als pauschale Ablehnung des Männlichen im Hier und Jetzt , pro Matriarchat als radikales Emanzentum eben obiges beinhaltend. Es wurden oft interessante Aspekte herausgefiltert. Wieso Frauen nach jahrhundertelanger Misogynie ein radikales Emanzentum brauchen, dass die Perlen oft unter Jahrhunderteschweren Schichten vergraben sind. Wir waren uns mehr oder minder darüber im Klaren, wieso das Patriarchat der Heilwerdung der Frau, der Ganzheitlich-Menschwerdung der Frau nicht gerade zuträglich ist.

Kein Zwang eines auf Unterdrückung bestehenden System kann eine Heilwerdung fördern, dabei ist es unerheblich, ob Patriarchat oder Matriarchat. Es ist zwar durchaus verständlich, daß manche Frauen ein etwas radikaleres Engagement betreiben, um ihre Freiheit zu erlangen, doch ist Freiheit etwas, das für sich persönlich erreicht werden muß. In dem Sinne kann ein Gefangener durchaus freier sein als sein Wärter. Es ist nicht sinnvoll, ein System der Unterdrückung durch ein anderes zu ersetzen, auch wenn es scheinbar gut gemeint ist. Aus der Sicht der Reinkarnation gestaltet sich da ein interessantes Bild: Wirke ich bei einem fiesen Patriarchat in einem Leben als Mann mit - und bekomme es drei Jahrhunderte als Frau selbst ab... (ein paar Millisekunden zumindest sollte man sich hierüber mal Gedanken machen). Stellt sich schon aus purem Eigennutz die Frage, welches System ich unterstütze, wenn ich nicht weis, ob ich das in einem späteren Leben vielleicht selbst aufgebrummt bekomme... Es geht mir jetzt gar nicht um das "verdient haben", sondern vielmehr darum, klarzumachen, daß eine breitere Sicht der Dinge uns allen gar nicht schlecht bekommen würde, denn letzten Endes finden sich sowieso beide Teile in uns... Menschen des anderen Geschlechts sind nicht immer leicht zu verstehen (wie oft haperts schon beim eigenen!), da es einfach geschlechtsspezifische Unterschiede gibt - Vielfalt macht das Leben bunt -. Es zählt das Bemühen, wenn man schon den anderen nicht versteht (oder verstehen will), ihn/sie einfach zu akzeptieren. Anstatt verschiedene Sichtweisen zusammenzuführen und so eine erweiterte Sicht zu erlangen, versucht jeder den anderen von der seinigen als die einzig richtige zu überzeugen. Der Kosmos ist groß und vermag viel zu fassen - und Platz für jedermanns/jederfraus eigene Welt ist allemal.

>Aber nie haben wir den Aspekt beleuchtet, was das Patriarchat mit den Männern macht....
>Lese gerade von meiner heißgeliebten Starhawk *ggg* Der Hexenkult als Ur-Religion der Grossen Göttin ( Arkana, ISBN 3-442-41172-1). Möchte einen Absatz aus Kapitel 6 "Der Gott" zitieren:
>*Heute ist es richtig Mode, die Männer zu Gefühlen zu drängen. Doch dieses Drängen wirkt teilweise wie Hohn, so als fordere man einen Krüppel auf zu laufen. Herb Goldberg

Wenn man zur Gefühlsunterdrückung erzogen wurde und zig Millionen einem dieses Schema vorleben, ist es natürlich etwas schwierig, dies auf Knopfdruck zu ändern. Hinzu kommt ein breites Spektrum an verschiedenen Wünschen der Frauen: manche mögen den gefühlsbetonten Mann, manche eben nicht. Die Unsicherheit, falsch anzukommen ist hier natürlich groß. Meiner Meinung nach ist "Einfach-nur-Du-selbst-sein" das beste: Es ist durchaus auch für einen Mann möglich, Gefühle zu zeigen, ohne zur Heulsuse zu mutieren. Kann er das nicht - dann kann er es halt nicht. Frauen sind ja auch nicht alle gleich.

>Im Hexenglauben ist die Vorstellung vom Gehörnten Gott vollkommen anders als das Bild der Männlichkeit in unserer Kultur. Deshalb ist es schwer, zu begreifen, denn Er paßt in keines der gewohnten Klischees, weder in das "Macho"Mannes noch in das umgekehrte Bild derer, die bewußt die Verweiblichung anstreben. Er ist sanft, zärtlich und liebevoll, aber Er ist auch der Jäger. Er ist der Sterbende Gott - aber sein Tod geschieht immer im Dienste der Lebenskraft. Er ist ungebändigte Sexualität - aber Sexualität als eine tiefe, heilige, bindende Kraft. Er ist die Kraft des Gefühls und das Urbild dessen, was Männer sein könnten, wären sie von den Zwängen der patriarchalen Kultur befreit.*

Kommt natürlich auch auf die Persönlichkeit des Einzelnen an - doch ist ein von Gesellschafts- und Partnerschaftsforderungen freies Zusammenleben wohl die beste Voraussetzung hierfür.

>(S.144)
>Ein Aspekt, der fürwahr in der herkömmlichen Diskussion um Feminismus, Emanzipation, Patriarchale oder Matriarchale Strukturen vernachlässigt wird. Bin kein Mann. Deswegen meine Frage an die Männer unter Euch (ist hier Weibsvolk anwesend?....Bibernasen...*kräh* Steine... always walk on the right side of life *knödel*gggg*)....
>Fühlt Ihr Euch durch ein vorwiegend patriarchal strukturiertes System in Eurer Mann-Menschwerdung beschnitten?

Grundsätzlich beschneidet jedes System. Menschwerdung heißt für mich, beide Teile in einem zu vereinigen und wenn ich damit einem System nicht konform gehe. Nun gut, dann halt nicht.

>Neugierigen Gruss,
>Natasha *cross-posting*
>Und eine gaaaaanz feste Umarmung an den lieben Zaubergeist ;-)))


Liebe Grüße

Raven

Don Charon ( gelöscht )
Beiträge:

12.08.2002 10:27
#3 RE: E-MANN-zipation Thread geschlossen

Moin 'tasha,
zwar etwas spät, aber das Thema ist zu interessant, als das ich mich gar nicht melden würde. Wenn auch nicht uin anderen Foren, da ist mir die Stimmung zu angeheizt und wird zu sehr polemisiert. *gg*
Das Patriarchat ist eine ziemlich dämliche Erfindung, änhlich wie es andere Strukturen sind, indem ein Herrschaftsabspruch aufgrund gewisser Herkunfts- oder Rassenmerkmale abgeleitet wird.
Also wäre in meinen Augen auch ein Matriarchat nicht die Lösung, da es die gleiche Ableitung durchführt.
Aber zu Deiner spezielleren Frage: Was macht das Patriarchat aus Männern?
Es macht das, was jede ähnlich hergeleitete Struktur macht: Es baut Rollen auf und definiert diese.
Ein Mann (Patriarch) hat in der Gesellschaft einen klar definierten Rahmen auszufüllen, sonst wird er zum Outsider. Eine Frau auch.

>*Heute ist es richtig Mode, die Männer zu Gefühlen zu drängen. Doch dieses Drängen wirkt teilweise wie Hohn, so als fordere man einen Krüppel auf zu laufen. Herb Goldberg

Heftig, aber Unsinn. Gefühle von "Mann" sind *anders* als Gefühle von "Frau". Auf der anderen Seite hören wir den (Männer-)Spruch, dass Frauen nicht logisch denken können. Auch das ist Unsinn.
Weibliche Logik unterscheidet sich von männlicher. Warum also sollte "Frau" nun anfangen, "männliche Logik" nachzuäffen oder "Mann" weibliche Gefühle nachzuspielen? *Das* wäre unecht und wirkt in den Fällen Fällen, wo es mir begegnet auch oft aufgesetzt und künstlich.
Warum akzeptieren wir nicht einfach unser Anderssein? Denken und Empfinden ist letztlich auch eine Folge von Hormonen und Pheromonen - und die sind nun mal bei Mann und Frau verschieden verteilt.

> Er ist die Kraft des Gefühls und das Urbild dessen, was Männer sein könnten, wären sie von den Zwängen der patriarchalen Kultur befreit.*

Er ist vielmehr die Verkörperung eines "Mannwunschbildes" einer selbstbewussten Frau. *gg*
Ähnliche "Frauwunschbilder" gibts ja auch in Männerkreisen...

>Fühlt Ihr Euch durch ein vorwiegend patriarchal strukturiertes System in Eurer Mann-Menschwerdung beschnitten?

Ich nehme diese Strukturen und Rollenbilder durchaus war, früher haben sie mich auch geprägt. Mit zunehmendem Alter gelingt es mir aber immer besser, mich von diesen Bildern - den Erwartungshaltungen - freizumachen und stattdessen das zu tun, was mit *wirklich* passt.
Es gelingt nicht immer. Im Beruf zB muss ich gewisse Rollen spielen - aber mir ist mitllerweile sehr deutlich und bewusst, wann ich eine Rolle spiele und wann ich echt bin.
Würde sich in einer matriarchischen Struktur etwas ändern? Vielleicht oberflächlich... die Rollen würden anders aussehen. Aber nicht wirklich. Ich bekomme noch immer meine *Rolemodels*, an die ich mich zu halten habe, wenn ich kein Outsider werden will.
Doch zum Schluss noch ein Ausblick... ich wäre *nicht* ich, wenn ich nicht nach Lösungen suchen würde... *gg*
Rollen und Modelle sind für uns Menschen wichtig, in der Kindheit und Jugend zum Erlernen, wie die Gesellschaft und Ich in der Gesellschaft funktionieren, später, damit so ein komplexes Gebilde wie unsere Gesellschaft überhaupt funktionieren kann. Wie bau ich aber jetztsolche Modelle auf, *ohne* dass ich sie an Merkmalen wie Frau, Mann (oder weitergeführt: Schwarzer und Weisser, Christ, Mohammedaner etc) festmache? Eine mögliche Antwort finde ich in *anarchischen* Modellen, in Modellen, in denen wirkliche Gleichberechtigung vorhanden ist und in denen niemand über einen anderen herrscht.
*ups* ich komme ins Labern und meine Zeit läuft davon... *gg*
ein anderes Mal vielleicht mehr,
herzliche Grüsse,
Don

Zaubergeist ( gelöscht )
Beiträge:

27.07.2002 10:09
#4 RE: E-MANN-zipation Thread geschlossen

Im Hexenglauben ist die Vorstellung vom Gehörnten Gott vollkommen anders als das Bild der Männlichkeit in unserer Kultur. Deshalb ist es schwer, zu begreifen, denn Er paßt in keines der gewohnten Klischees, weder in das "Macho"Mannes noch in das umgekehrte Bild derer, die bewußt die Verweiblichung anstreben. Er ist sanft, zärtlich und liebevoll, aber Er ist auch der Jäger. Er ist der Sterbende Gott - aber sein Tod geschieht immer im Dienste der Lebenskraft. Er ist ungebändigte Sexualität - aber Sexualität als eine tiefe, heilige, bindende Kraft. Er ist die Kraft des Gefühls und das Urbild dessen, was Männer sein könnten, wären sie von den Zwängen der patriarchalen Kultur befreit.*
>(S.144)
>Ein Aspekt, der fürwahr in der herkömmlichen Diskussion um Feminismus, Emanzipation, Patriarchale oder Matriarchale Strukturen vernachlässigt wird. Bin kein Mann. Deswegen meine Frage an die Männer unter Euch (ist hier Weibsvolk anwesend?....Bibernasen...*kräh* Steine... always walk on the right side of life *knödel*gggg*)....
>Fühlt Ihr Euch durch ein vorwiegend patriarchal strukturiertes System in Eurer Mann-Menschwerdung beschnitten?
>Neugierigen Gruss,
>Natasha *cross-posting*
>Und eine gaaaaanz feste Umarmung an den lieben Zaubergeist ;-)))


Hallo, liebe Natasha, wieder auf der anderen Seite der Erdkugel?
also die Beschreibung des gehörnten Gottes gefällt mir ganz gut, obgleich ich mein Horn lieber nicht auf dem Kopf trage ...grins
Und was das Patriarchat angeht, so weiß ich nicht, was das wirklich sein soll. Und über Matriarchate muss ich mir nicht den Kopf zerbrechen, da es sie ohnehin nie so gab, wie sie heutzutage in die Vergangenheit gedacht werden (sie dazu Uwe Wesel: Der Mythos vom Matriarcht. Suhrkamp 1994). In meinen Augen ist jede Herrschaft korrupt. Darum traue ich weder Frau noch Mann in Fragen der Herrschaft über den Weg. Du siehst, wenn dann fühle ich mich durch Herrschaft beschnitten; aber eigentlich auch das nicht so sehr, da ich sehr gut darin bin, solche Beschwernisse zu ignorieren.
Und was mich persönlich angeht, so bin ich zuerst Mensch, dann Mann und schätze nicht zuletzt die Frauen. Jedenfalls ist die Teilung der Welt in Männlein und Weiblein eine recht spaßige Idee der Schöpfung. Hingegen missfällt mir die augenblickliche Kopfgeburt mancher Kreise, die die Welt in Weicheier und Blaustrümpfe teilen möchte. Doch im Prinzip ist mir das auch egal. In der nächsten Dekade wird ohnehin wieder eine andere Sau durchs Dorf getrieben. Wäre nett wenn mal Dionysus wieder an die Reihe kommt, dann spiel ich den weißen Satyr!
Ich drücke dich ganz fest
Dein Zaubergeist

 Sprung  
Xobor Ein Kostenloses Forum | Einfach ein Forum erstellen