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Weiße Magie als Weg zur Selbsterkenntnis ist das Thema dieses Forums.

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Listinus Toplisten
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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 1.388 mal aufgerufen
 Das Vorgängerforum "Die Macht der weißen Magie"
spirit ( gelöscht )
Beiträge:

14.03.2002 09:10
RE: Worüber das Christkind lächeln musste Thread geschlossen

Meine Lieblingsweihnachtsgeschichte aus der Kindheit:

WORÜBER DAS CHRISTKIND LÄCHELN MUSSTE

Als Josef mit Maria von Nazareth her unterwegs war, um in Bethlehem anzugeben, dass er von David abstamme, was die Obrigkeit so gut wie unsereins hätte wissen können, weil es ja längst geschrieben stand, - um jene Zeit also kam der Engel Gabriel heimlich noch einmal vom Himmel herab, um im Stalle nach dem Rechten zu sehen. Es war ja sogar für einen Erzengel in seiner Erleuchtung schwer zu begreifen, warum es nun der allererbärmlichste Stall sein musste, in dem der Herr zur Welt kommen sollte, und seine Wiege nichts weiter als eine Futterkrippe. Aber Gabriel wollte wenigstens noch den Winden gebieten, dass sie nicht gar zu grob durch die Ritzen pfiffen, und die Wolken am Himmel sollten nicht gleich wieder in Rührung zerfließen und das Kind mit ihren Tränen überschütten, und was das Licht in der Laterne betraf, so musste man ihm noch einmal einschärfen, nur bescheiden zu leuchten und nicht etwa zu blenden und zu glänzen wie der Weihnachtsstern.

Der Erzengel stöberte auch alles kleine Getier aus dem Stall, die Ameisen und Spinnen und die Mäuse, es war nicht auszudenken, was geschehen konnte, wenn sich die Mutter Maria vielleicht vorzeitig über eine Maus entsetzte! Nur Esel und Ochs durften bleiben, der Esel, weil man ihn später ohnehin für die Flucht nach Ägypten zur Hand haben musste, und der Ochs, weil er so riesengroß und so faul war, dass ihn alle Heerscharen des Himmels nicht hätten von der Stelle bringen können.

Zuletzt verteilte Gabriel noch eine Schar Engelchen im Stall herum auf den Dachsparren, es waren solche von der kleinen Art, die fast nur aus Kopf und Flügeln bestehen. Sie sollten ja auch bloß still sitzen und Acht haben und sogleich Bescheid geben, wenn dem Kinde in seiner nackten Armut etwas Böses drohte. Noch ein Blick in die Runde, dann hob der Mächtige seine Schwingen und rauschte davon.

Gut so. Aber nicht ganz gut, denn es saß noch ein Floh auf dem Boden der Krippe in der Streu und schlief. Dieses winzige Scheusal war dem Engel Gabriel entgangen, versteht sich, wann hatte auch ein Erzengel je mit Flöhen zu tun!

Als nun das Wunder geschehen war, und das Kind lag leibhaftig auf dem Stroh, so voller Liebreiz und so rührend arm, da hielten es die Engel unterm Dach nicht mehr aus vor Entzücken, sie umschwirrten die Krippe wie ein Flug Tauben. Etliche fächelten dem Knaben balsamische Düfte zu und die anderen zupften und zogen das Stroh zurecht, damit ihn ja kein Hälmchen drücken oder zwicken möchte.

Bei diesem Gerangel erwachte aber der Floh in der Streu. Es wurde ihm gleich himmelangst, weil er dachte, es sei jemand hinter ihm her, wie gewöhnlich. Er fuhr in der Krippe herum und versuchte alle seine Künste und schließlich, in der äußersten Not, schlüpfte er dem göttlichen Kinde ins Ohr.

"Vergib mir" flüsterte der atemlose Floh, "aber ich kann nicht anders, sie bringen mich um, wenn sie mich erwischen. Ich verschwinde gleich wieder, göttliche Gnaden, lass mich nur sehen, wie!"

Er äugte also umher und hatte auch gleich seinen Plan. "Höre zu", sagte er, "wenn ich alle Kraft zusammennehme, und wenn du still hältst, dann könnte ich vielleicht die Glatze des Heiligen Josef erreichen, und von dort weg kriege ich das Fensterkreuz und die Tür ..."

"Spring nur!" sagte das Jesuskind unhörbar, "ich halte stille!"

Und da sprang der Floh. Aber es ließ sich nicht vermeiden, dass er das Kind ein wenig kitzelte, als er sich zurechtrückte und die Beine unter den Bauch zog.

In diesem Augenblick rüttelte die Mutter Gottes ihren Gemahl aus dem Schlaf.

"Ach, sieh doch!" sagte Maria selig, "es lächelt schon!"

Karl Heinrich Waggerl, "Und es begab sich...", Otto Müller Verlag Salzburg, 36. Auflage, 1953.



Ich wünsche Euch allen *von Herzen* frohe und gesegnete Weihnachten und möge Euch das Licht auf Euren Wegen immer führen -

Liebe Grüße - spirit

Ab nach Hause

Zaubergeist ( gelöscht )
Beiträge:

15.03.2002 09:38
#2 RE: Worüber das Christkind lächeln musste Thread geschlossen

Wir wünschen Dir Zeit...

Wir wünschen Dir nicht alle möglichen Gaben,
wir wünschen Dir nur, was die meisten nicht haben:
wir wünschen Dir Zeit, Dich zu freuen und zu lachen
und wenn Du sie nützt, kannst Du viel daraus machen!

Wir wünschen Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich, sondern auch zum Verschenken.
Wir wünschen Dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Wir wünschen Dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben,
wir wünschen, sie möge Dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und zum Vertrauen,
anstatt nach der Zeit auf die Uhr nur zu schauen.

Wir wünschen Dir Zeit nach den Sternen zu greifen
und Zeit um zu wachsen, das heißt auch zu reifen.
Wir wünschen Dir Zeit, zu hoffen, zu lieben...
Es hat keinen Sinn, die Zeit zu verschieben.

Wir wünschen Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Wir wünschen Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Wir wünschen Dir Zeit zu haben für`s Leben.

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