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Weiße Magie als Weg zur Selbsterkenntnis ist das Thema dieses Forums.

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Listinus Toplisten
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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 168 mal aufgerufen
 Das Vorgängerforum "Die Macht der weißen Magie"
Zaubergeist ( gelöscht )
Beiträge:

06.05.2002 10:39
RE: Zum Faschingsende, auf dass wir Narren bleiben ... Thread geschlossen

In der Tat lieber Webrunner, hier ist momentan nicht viel los, ist Kehraus ... aber dafür ein bisschen Stoff für die Fastenzeit ...
Erfasst man Magie als die Kreation des Gottes in der Religion, begreift man magisches Tun einerseits rasch als demutsvolles Ritual, andererseits aber auch als ausgereifte Hybris. Den angebeteten wie gefürchteten Gott zu beschwören und ihn sich solchermaßen gefällig zu machen, ist das eigentliche Bestreben religiösen Rituals. Es ist in seinem Kern ein durch und durch magisches Streben, in dem zum einen die Gottesebenbildlichkeit des Menschen wie zum anderen die Menschenebenbildlichkeit des Göttlichen sinnstiftend wirkt. Dieses Moment wird in der Magie sinntragend, sobald sich magisches Handeln aus seinem religiösen Kontext löst und selbstbezogen wirkt. Solche Magie findet Entsprechung in der psychischen Konditionierung des Menschen, indem er seine selbstbezogene Wirklichkeit als eine allgemeingültige begreift. Da solches Begreifen jedoch für sich noch ohne Grund ist, sucht der Mensch seine Sicht der Dinge in anderen Menschen wieder; hierdurch erfährt er Grund. Die eigene Weltsicht in anderen zu beleben, weitert ihn folglich nicht nur in göttlicher Weise, sondern lässt ihn auch über sich hinaus in anderen währen. In ihrer magischer Überspitzung erkennen wir die Folgen solchen Strebens als Possession, wie auch in den vielfältigen Formen psychischen Vampirismus. Und soweit sich derart überspitzte Energien nicht auf die Mitwelt richten, formen sie sich im faustschen Wunsch, einen Homunkulus zu kreieren, ein fernes Ziel. Wobei hier dem Magier ein höriger Dämon das ist, was dem Humangenetiker die geklonte Schimäre ist. Doch auch der weiße Magus ist in diesem Zirkel verfangen, auch er ist vorderhand ein Suchender und sehnt sich in gnostischer Manier die chymnische Hochzeit herbei. Indes bleibt er, solange solches Sehnen ihn drängt, im Kausalen und somit im überspitzten Wirken haften. Erst wenn es ihm gelingt, den Grund seines Sehnens, nämlich das eingesogene Gift egozentrischer Hybris, zu schauen, mag es ihm widerfahren, dass er den Raum vergeilten Schaffens überwindet und eintaucht in eine Sphäre lauterer Magie.
Den Weg dorthin, der kein Weg, sondern schlichte Rückwendung ist, eine Abfolge von Negationen, ein Lösen aus gehaltenen Räumen, um ungreifbaren Raum zu gewinnen, diesen Nicht-Weg also gilt es zu beschreiten. Es ist ein pfadloses Land das vor ihm liegt, und auf seinem Weg wird sein Schreiten keine Spuren hinterlassen. Niemand wird ihm folgen, und wer ihm doch folgt, folgt ihm nicht, sondern geht den Weg, den niemand kennt; seinen Weg.
Alles Liebe
Zaubergeist

Webrunner ( gelöscht )
Beiträge:

31.05.2002 10:41
#2 RE: Zum Faschingsende, auf dass wir Narren bleiben ... Thread geschlossen

Hallo zaubergeist,

danke für diesen sehr schönen text ich hab mir nun auch wieder einige zeit genommen und mir diesen text einige male durchgelesen.
ich kann mich diesen nur anschliessen und wünsche jedem das er den ort in sich selbst finden mag,
in dem raum und zeit keine bedeutung haben, wo fragen eigentlich keine sind, antworte keine bedeutung haben (wozu auch) wo licht und dunkelheit in einem harmonischen miteinander existieren. (also wo 'gut' und 'böse' endlich als eines erkannt werden)
dort wo jeder nur sich selbst gegenüber steht und sich endlich selbst kennenlernt.
dort wo wir erfahren das wir nicht erst lernen müssen sonder uns nur erinnern brauchen.

in Licht und Liebe
Webrunner

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